Eigenbau Feuerstelle aus Stein, mit unterschiedlicher Sitzentfernung

Für mich gehört eine Feuerstelle in den Garten, wie Sand in die Wüste. So verwundert es kaum das meine allererste Arbeit darin bestand, eine „Behelfs Feuerstelle“ zu bauen. Tagsüber arbeiten, Abends am Feuer sitzen, es gibt einfach nichts entspannenderes.

Die „Not Feuerstelle“ war weder besonders schön, noch überaus bequem, erfüllte aber ihren Zweck. Das Provisorium sollte zumindest solange halten, bis meine Agenda eine vollwertige Feuerstelle vorsah. Diese sah eine Feuerstelle aber erst irgendwann nach dem Bau der Hochbeete vor, also erst in ein vielleicht zwei Jahren. Der Gedanke einer „echten“ Feuerstelle ließ mich aber am gleichen Abend nicht mehr los, sodass mein Terminkalender kurzerhand neu arrangiert wurde und die Feuerstelle ganz nach oben wanderte.

Erste Gedanken zur Feuerstelle

Das mentale abarbeiten der „Ich baue mir eine Feuerstelle-To-do-Liste“ wurde folglich noch am gleichen Abend durchgeführt. Folgende Punkte mussten dabei erfüllt werden:

  • Nummer Eins, die Feuerstelle musste aus Steine sein.
  • Nummer Zwei, die Feuerstelle sollte etwas tiefer als der Rest der Anlage liegen (das zumindest verriet mir die Google Fotosuche).
  • Nummer Drei, der Sitzabstand zum Feuer sollte möglichst variabel sein (manchmal wird es schon echt heiß).

Nummer Eins war mir im Vorhinein klar, darüber muss auch nicht viel nachgedacht werden. Es sollte dabei alles in Frage kommen was in irgendeiner Form günstig zu besorgen oder schon in meinem Besitz war.

Zur Nummer Zwei brauche ich eigentlich keine Worte verlieren, außer das da noch eine ordentliche Menge an Mehrarbeit auf mich zu kommt.

Die Nummer Drei fiel mir beinahe so überraschend ein, wie die Entdeckung des Fluxkompensators. Zwei getrennte Steinbögen, welche einmal die Sitzfläche repräsentieren, werden versetzt um die Feuerstelle angelegt. Von oben sieht das ganze dann wie ein Yin und Yang Zeichen aus. Da ich nun sogar das Chi auf meiner Seite hatte, konnte ich mich beruhigt ins Bett legen, war ja auch schon ziemlich spät geworden.

Der Tag danach

Nachdem die Feuerstellen-Idee vom Vorabend immer noch fest im Gehirn verankert war, konnte ich auch gleich losgegen. Skizzen und Plan ist nur was für Amateure!

Dort wo einmal die Feuerstelle sesshaft wird, befand sich noch eine Menge Dickicht in Form von Büschen und Bäumen. Dieses Strauchwerk musste natürlich entfernt werden und so wurde auch noch der letzte schlafende Nachbar mit meinem Zweitakter-Fichtenmoped geweckt.

Nach knapp 30 Minuten und dem Gefühl es mit Conan dem Barbar aufnehmen zu können, blieb nur noch eine schöne freie Fläche über.

Dummerweise rächte sich das Buschwerk noch nach seinem Ableben auf besonders fiese Art und Weise. War die Arbeit mit der Kettensäge noch amüsant, beinahe spaßig, wurde die anschließende Buddelarbeit zur reinen Qual. Das Gestrüpp hatte über die Jahre hinweg ein beachtenswertes Wurzelwerk aufgebaut, sodass jeder Spatenstich mit einer abrupten Unterbrechung endete.

Nach drei schweißtreibenden Stunden war aber auch dieser Drops gelutscht und die eigentliche Arbeit konnte beginnen.

Der Aufbau

Als Fundament wurde der Klassiker in Form von Mineralbeton mit etwa 30cm tiefe gewählt. Das ganze wurde eingeebnet und mit einer Rüttelplatte verdichtet.

Im Anschluss wurde die zukünftige Sitzform aufskizziert. So ganz ohne Anhaltspunkte wollte ich es dann doch nicht ran.

Im Grunde war die Form relativ leicht aufzuzeichnen. In der Mitte wurde ein knapp 120cm durchmessender Kreis gezeichnet, Dieser wurde mit der Zirkelmethode in 6 Teile zerlegt. Die gegenüberliegenden Schnittpunkte wurden dann als Radius für den entgegengesetzten Sitzbereich gewählt. So verändert sich automatisch der Abstand zum Kreismittelpunkt.

Die passenden Steine

Entschieden haben wir uns (meine Frau und Ich) für gebrauchte Granitpflastersteine. Nicht weil diese besonders hübsch sind, sondern weil diese günstig zu besorgen waren und teilweise schon vom Vorbesitzer herumlagen.

Gemauert wurde mit stinknormalen Mauermörtel aus dem Baumarkt. Zwei Reihen dürften als Höhe reichen, denn ein Sitzbelag musste ja auch noch oben drauf.

So wie auf dem Bild unten, blieb die Feuerstelle noch eine ganze Weile. Wir konnten uns einfach nicht entscheiden auf welchen Material unsere Ärsche einmal thronen sollten.

Benutzt wurde die Feuerstelle dennoch, ist ja schon alles soweit vorhanden um ein Feuerchen am Abend zu genießen.

270 Tage später

Es dauerte knapp ein Dreiviertel Jahr, bis uns der passende Sitzbelag in Form von über gebliebenen Fliesen vor die Füße gefallen ist. „Galaxy Black“ schimpft sich der edel anzusehende Kachelbelag und war Restbestand aus einem Badausbau.

Die Fliese ist tiefschwarz, hatte glitzernde Einschlüsse und war Schweineteuer. Ursprünglich wollten wir die Fliesen zerteppern und wie Mosaik aufkleben. Glücklicherweise entschied ich mich dafür die Fliesen in willkürliche Polygone zu teilen und einigermaßen geordnet aufzukleben. Sieht einfach besser aus, finde ich.

Aufgebracht wurden die Fliesen nicht mit einem Fliesenkleber, sondern in einem Mörtelbett aus Trasszement. Auch das Ausfugen wurde mit einer Trasszement Quarzsand Mischung im Verhältnis 1:2 verwirklicht. Damit habe ich schon seit Jahren gute Erfahrung gemacht.

Weitere zwei Jahre Später

Es dauert abermals zwei Jahre bis die Arbeit an der Feuerstelle endlich beendet wurde. Zum Schluss musste dann doch ein zweiter Pack Galaxy-Black Fliesen gekauft werden. Ich hatte zwar gehofft irgendwann mal welche gebraucht zu finden, aber anscheinend werden diese nur selten verbaut.

Nebenbei hielt ich es für sinnvoll den Rindenmulch, der über die Jahre hinweg schon ziemlich trocken wurde, gegen Kies und Bruchplatten zu tauschen. Wie ich Bruch- oder Polygonalplatten verklebe, habe ich hier schon beschrieben. Der Boden wurde dabei leicht abschüssig zum Kies verlegt, dadurch fließt das anfallendes Regenwasser ab ohne ein Planschbecken zu hinterlassen.


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