Granit Randsteine als Stützmauer, ein Upcycling der mühevollen Art

Ursprünglich wurde die Böschung hinterm Haus von alten Holzpalisaden gehalten und auch der Weg der vom oberen Bereich hinunter zur späteren Feuerstelle führt, wurde mit den gleichen runden Holzbalken gestützt.

Das die feuchte Erde über die Jahre hinweg einen erbitterten Kampf führte, erkannte man schon am Zerfall des Holzes. Das was die Erdfeuchte noch über ließ, wurde gnadenlos von Waldbewohnern (Ameisen) ausgehöhlt und in beschlag genommen.

Es blieb mir also nichts anderes übrig, als den Zerfall mit einer Erneuerung zu beenden. Das restliche Holz wurde entfernt, aber der Hang musste irgendwie neu gestützt, am besten Morschsicher.

Außerdem sollte der viel zu schmale Weg hinunter auch gleich verbreitert und einigermaßen in Waage gebracht werden.

Auf dem Foto kann man ganz gut erkennen wie abschüssig und Schief der Waschbetonpfad über die Jahre hinweg geworden ist.

Der Trampelpfad wuchs dann von seinen schmalen fünfzig auf gute hundert Zentimeter an, der dabei anfallende Aushub wurde auf unten am Grundstück zwischengelagert.

Dieser war dann doch deutlich größer als erwartet und musste auf den Entsorgungscontainer warten. An ein fortfahren mit dem Anhänger war nicht mehr zu denken.

Wie gesagt, Holz sollte es nicht mehr werden, teuer sollte es aber dennoch nicht sein. So entschied ich mich für alte Granit Randsteine. Die man mit etwas Geduld in diversen Kleinanzeigen für ein Butterbrot angeboten bekommt. Allerdings im eindeutig gebrauchten Zustand, mit abgebrochenen Kanten und Mörtelresten, was mir aber egal war.

Lasst die Spiele beginnen

Jetzt beginnt die eigentliche mühevolle Arbeit und zwar von unten nach oben. Hierzu wurde am Fuß ein etwa 40 bis 50 cm tiefer Graben ausgehoben.

In diesen Graben wurden dann die alten Granitleisten hochkantig eingesetzt und mit alten Bruchsteinen und Holzleisten auf Position gehalten.

So fixiert wurde der Graben mit erdfeuchten Beton aufgefüllt und eingestampft. Der Beton lässt sich in diesem trockenem Zustand zwar schwerer verarbeiten, hält aber beim feststampfen die schweren Granitleisten besser in Position als sein flüssiger Pendant.

Ausgefugt wurde das ganze mit einfachen Putz- und Mauermörtel, hält seit gut 5 Jahren und wird bestimmt mindestens noch weitere fünf Jahre durchhalten.

Auf zum Weg. Hier wurde genauso verfahren wie mit den Stützen unten am Fuß. Es wurde ein Graben gezogen, in dem dann die Granitleisten eingesetzt und fixiert wurden.

Der Schlupf wurde dabei zu mein besten Freund und half mir gegen das immense Gewicht der Granitbrocken anzukämpfen. Das eine Ende des Schlupfes wurde um den Stein geschlungen (mit einer sich selbst festziehenden Schlaufe) und das andere Ende des Schlupfes über meine Schulter. So konnte ich Stein für Stein Senkrecht in den Boden gleiten lassen ohne dabei viel Erde mitzunehmen.

Danach wurde wieder alles mit erdfeuchten Beton eingestampft und mit Mörtel ausgefugt. Apropos Fugen! Am leichtesten war es den Mörtel relativ trocken und mit der Hand in die Fugen zu drücken. Dazu sollte man auf jeden Fall geeignete Gummihandschuhe verwenden. Anschließend wurde der grobe Überstand mit einer Bürste entfernt, ein harter Handbesen tut es es auch. Wasser und Schwamm entfernten dann auch noch den Rest an überschüssigem Mörtel.

Nach einem Tag konnten die Stützleisten, die zum fixieren der Granitleisten noch nötig waren, entfernt werden.

Bevor es in den letzen Schritt meiner Arbeit ging, musste zuerst etwas fürs Auge getan werden. Alles wurde mit Erde angeglichen und teilweise schon bepflanzt, so macht die weitere Arbeit gleich viel mehr Spaß.

Dennoch, der Gehweg nach oben musste noch fertig gemacht werden. Dafür wurde noch ein zweiter Graben parallel zum ersten ausgehoben und nach der gleichen Prozedur mit Granitleisten aufgefüllt, betoniert und ausgefugt.

Zwischen den beiden Randleisten wurde eine Tragschicht aus Mineralbeton (Schotter) eingebracht.

Der Weg selber wurde anschließend mit Quarzit Polygonalplatten ausgelegt. Das Verlegen habe ich hier beschrieben.

Etwas mehr als ein Jahr nach Baubeginn war der Südhang endlich so gut wie fertig. Das Resultat kann sich sehen lassen, wie ich finde.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: